FUSION

Ein Beitrag von Robert Wieczorek und Michael Zirlik.

„Aus zwei mach eins mach viele." 

Von Robert Wieczorek und Michael Zirlik



Fusionen werden oft wie ein Zwangsakt erlebt. Ein traumatisches Erlebnis, das zu einem Identitätsverlust der Organisation führen kann. Betroffene erleben dabei eine Vielzahl starker Emotionen wie Angst, Verzweiflung, Ohnmacht, Trauer und Isolation, da sie unter Druck gesetzt werden, eine Verbindung einzugehen, die sie nicht wollen. Daraus resultiert nicht selten eine tiefgreifende Unsicherheit, erheblicher Widerstand und ganz oft eine Atmosphäre, die eine Zusammenarbeit erschwert oder sogar unmöglich macht.
Die guten Gründe, die vielleicht für eine Fusion sprechen, sind in dieser Situation nicht zugänglich. Es entsteht vielmehr ein Zustand, in dem man unflexibel und blockiert ist und keine Lösung für sein Problem sieht. Um von diesem "Problemrahmen" wieder zu einem "Lösungsrahmen" zu gelangen, braucht es Kommunikation, die Würdigung des empfundenen Verlusts und idealerweise eine professionelle Begleitung, die emotionale Zustände wieder stabilisiert. Folgende Fragen tauchen dabei auf:

Können wir die Anforderungen unserer Situation verstehen?
Können wir erkennen, wohin die Reise geht? 
Haben wir genug Ressourcen, um die Situation zu bewältigen? 
Machen unsere Anstrengungen überhaupt Sinn? 


Es kann sein, dass man die Organisation in dieser Zeit nicht mehr über die „Tür des Vertrauens“ betreten kann. Die ist versperrt. Dann braucht es andere Zugänge. Türen, die vielleicht eher den Charakter von „Ordnung“ oder „Erkenntnis“ haben. Und weil jede Organisation anders „tickt“ und jede Fusion andere Herausforderungen bringt, bietet die Akademie für Kirche und Diakonie das Format „Inhouse“ an. Mit Workshops, gezielten Impulsvorträgen, Live-Demos und individualisierten Seminaren unterstützen wir die handelnden Personen vor Ort im Unternehmen.
 Die Anforderungen an die Fähigkeiten der Verantwortlichen sind vielseitig und hoch.

Neben dem fachlichen KnowHow kommt sicher dem Thema „Projektmanagement“ eine Schlüsselrolle zu. Also der Fähigkeit, den Prozess der Fusion zu managen, Arbeitsschritte zu koordinieren, Ressourcen-, Zeit- und Qualitätsziele zu definieren, nachzuverfolgen und zu erreichen.  Ergänzt werden diese zwei zu einem „Dreigestirn an Kernfähigkeiten“ durch Kenntnisse und Erfahrungen im ChangeManagement. Anders als beim Projektmanagement geht es dabei um Fragen wie z.B. „Wie erzeuge ich Veränderungsenergie und -bereitschaft?“, „Wann und wie kann ich die Betroffenen wirkungsvoll und angemessen beteiligen?“, „Wie gehe ich mit Widerständen um?“, „Wie kann ich die Dynamik des Wandels in meinem Sozialen System verstehen und günstig beeinflussen?
Darum herum gruppieren sich zahlreiche methodische Kompetenzen, die je nach Ausgangsvoraussetzung und Umfang von großer Bedeutung für die Verantwortlichen und Gestalter der Fusion sein können: Wirksames kommunizieren in Veränderungsprozessen, Teamentwicklung und lebendige Workshop-Methoden, Strategiearbeit, Führen ohne Weisungsbefugnis und wirksames Aushandeln mit den Beteiligten, bis hin zu Krisenmanagement und Trennungsgesprächen, falls dies im Laufe des Prozesses notwendig wird.
Jeder Fusionsprozess ist – wie viele andere Veränderungsprozesse auch - einzigartig. Unsere neu geschaffenen Zertifikatsausbildungen zum Thema „Change – Management“ werden dem gerecht und ermöglichen an vielen Stellen die Bildung individueller zeitlicher und inhaltlicher Schwerpunkte. So können die einzelnen Module je nach eigenen terminlichen Möglichkeiten in einem beliebigen Zeitraum absolviert werden und durch die Auswahl aus einem Katalog von Wahlpflicht-Veranstaltungen bekommen die Teilnehmenden das vermittelt, was für sie gerade hilfreich und gewinnbringend ist.
Doch zurück zum Bild von anfangs, der Zwangsehe: Man kann in Fusionsprozessen alles „richtig“ machen und dennoch wird es vermutlich über einen langen Zeitraum schwierig bleiben, wenn nicht zu Beginn die vielleicht wichtigste Frage bearbeitet und geklärt wird:
Wer wollen wir eigentlich nach der Fusion sein? , Wie verstehen wir uns dann selber? , Was ist das Gute daran? , Welche Werte sind uns gemeinsam wichtig und wie soll konkret unsere gemeinsame Zukunft aussehen?
In diesen Fragen zur Identitätsbildung steckt das Potenzial, dass die Fusion im Laufe des Prozesses als eine Chance erlebt werden kann, um sich neu zu erfinden. Das Potenzial zur Erkenntnis, dass die ungewollte Verbindung vielleicht eine wertvolle Ressource für die eigene Zukunftsgestaltung sein kann.

Michael Zirlik empfiehlt dazu das Seminar:
Change Management Basics 1 

sowie unsere Zertifikatsangebote zum Thema:
ChangeManagement


Robert Wieczorek empfiehlt dazu:
"Inhouse"